15. Tag: Bis Vierlingsbeek

die Karte 


Es war schon vor dem Frühstück klar, das wird heute der bisher nasseste Tag der Reise. Bis 14:00 Uhr einigermaßen "häbig" aber danach Gewitter"neigung" - schön gesagt.

Trotzdem wurde es ein schöner und unterhaltsamer Tag.




HEO SPANN DEN WAGEN AN...

Die Anemoi sind uns weiterhin gewogen. Friederike ist nach wie vor davon überzeugt, dass sie Superkräfte besitzt. Es war einfach toll, so durch die Landschaft zu rasen- und "Völlig losgelöst" zu pfeifen.

Der Maasradweg ist auch wieder mit Schildern vertreten. Nur bleibt er seinem Hang zum übertriebenen Mäandrieren treu. Dabei gibt es doch endlos schöne Radwege, die etwas "gradliniger" verlaufen. 

5x haben wir heute die Maas per Fähre gekreuzt. Mal hat es 1,35€, 1,30€ dann 1,25€ und zum Schluss 1,20€ gekostet. Keine Ahnung, wie diese Preisunterschiede zustande kommen. 
Spaß gemacht hat es allemal.





Die Anfahrt auf Kessel zu war besonders beeindruckend. 

Einige der Fähren waren Strömungsfähren. Sie hatten eine Art Beiboot, dass sich in die Strömung stellte, so dass die Strömung die Fähre über den Fluss schiebt.


Architektonisch spannend ist die Burg Kasteel de Keverberg in  Kessel. Offensichtlich hat man die alten Gemäuer so einbezogen, dass die Burg für heutige Zwecke  genutzt werden kann.


Die Ruine der über 1000Jahre alten Burg wurde erst vor ein paar Jahren wieder aufgebaut und ist heute eine der "modernsten Burgen".  Im ehemaligen der Sitz der Grafen von Kessel, werden jetzt Feste gefeiert und Versammlungen abgehalten. Eine gelungene Melange - ein richtiger Hingucker.

Venlo überspringe ich, da werden wir auf der letzten Etappe vor Düsseldorf übernachten.

Kurz nach Kessel eine weitere Fähre und eine beeindruckende Kirche.


Das ist die St. Michaels Kirche des Klosterdorfes von Steyl. Da klingelt doch gleich was, oder? Natürlich selbst Nicht-Katholiken werden schon von der Steyler Mission gehört haben, der Missionare in über 80 Ländern weltweit unterwegs sind. Ein ganzer Ort nur Basisstation für Missionare - und natürlich "Begegnung". 
Und weiter durch die Maasdünen bis Arcen.



Vor der Zehntscheune ist erst einmal Schluss. Der erste von (3,4,5..?) stoppt uns erst einmal.




Das Wasserschloss mit seinen Weiden und Seerosen und Brücken erinnert mich sehr Monets Seerosenbilder.

Aber jetzt soll Friederike weiter erzählen.

Ja die fünf Fahrten mit den Fähren waren toll, vor allem gefallen hat mir diese hier, bei Bitterswijk, der Kapitän ein richtiger Seebär. Manne hat ihm "Don't pay the Ferryman" vorgesungen, er hat herzlich gelacht. Ob er den Witz wirklich verstanden hat? Egal.



Mit dieser Glocke sollte man "bellen" um sie herüber zu rufen. Hab ich doch gerne gemacht



Manne bezeichnet sie im Nachhinein als "Fähre der Verdammnis", denn statt auf die Karte zu schauen, sind wir einfach fröhlich den Maaswegschildern gefolgt. Was ich ja sowieso am liebsten mache!
Und was eine einfache und recht kurze Strecke von Bitterswijk nach Vierlingsbeek hätte sein können, war auf dem Maasweg ein endloses Geschlängel. Also auch das gefällt mir normalerweise sehr gut,... 
aber nicht heute. 
Denn, die Gewitterwand zog auf, man sieht es auf dem ersten Foto. Und wir mittendrin, das Gewitter direkt über uns. Unterstellen schwierig, keine Kapellen oder Bushaltestellen, nur Bäume (soll man ja meiden), irgendwann fanden wir eine schöne dichte Thuja und die sind so gut wie jeder Regenschirm. Da haben wir gewartet bis Blitz und Donner vorbeigezogen waren und sind dann im strömenden Regen weitergefahren.
Das hat uns erinnert an eine Radtour mit Barbara und Klaus- wisst ihr Noch? Wie wir stundenlang- gefühlt- in einem Bushaltehäuschen ausgeharrt haben? Und trotzdem immer nasser geworden sind.


Eine halbe Stunde später sah es schon wieder so aus 


und wir sind im Sonnenschein übergesetzt nach Vierlingsbeek. 

Ein sehr kleiner Ort, in dem wir es tatsächlich geschafft haben, uns jämmerlich zu verfahren. Beteiligt waren auch
Google Maps und  Komoot, 
eine nette Anwohnerin, die versuchte den Weg genau zu erklären, zu genau, nach dreimal lins und rechts und wieder links...ist mein Hirn ausgestiegen. trotzdem bedankt.
ein Lastwagenfahrer der keine Ahnung hatte, und es zugegeben hat- dafür bedankt.
eine alte Dame, die sich mir mehr oder weniger in den Weg gestellt hatte um ihre Hilfe anzubieten, um dann den Kopf zu schütteln und zu erklären dass sie nur zu Besuch bei ihrer Schwester wäre. Schließlich hat uns ein Jugendlicher den Weg zum Sportplatz erklärt und da war das Restaurant und B&B zu den Vier Linden.

 Sehr nett, wir sind auch wieder trocken, haben inzwischen hervorragend gegessen und...
jetzt ab ins Bett. 



Anscheinend war das gestrige Rätsel nicht so ganz Googlesuche kompatibel. Jedenfalls hat nur Herr S. aus E. die Antwort gefunden. Aber vielleicht waren alle anderen heute am Feiertag unterwegs gewesen. "Fronleichnam" kommt übrigens auch aus Holland und ist hier natürlich kein Feiertag.

 Herr S. aus E. schreibt:

"Der Kollege, den Sie getroffen haben, war voraussichtlich Servatius, denn Sie haben ja die
Basilika Sint Servaas in Maastricht besucht.
Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden; jedoch berichten andere, dass
Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte.
Nachdem er, damals Bischof von Tongern, 384 bei Maastricht verstorben war, wurde über seinem
Grab in Maastricht eine hölzerne Gedächtniskapelle errichtet. ... Also keine Rede vom Holzschuh.

„Da mache sich nun ein jeder seinen eigenen Reim darauf.“


So und nun, da wir seit heute in diesem Teil der Niederlande sind
  

meine heutige Frage. Was machte ein gewisser Herr Ranukel beruflich und warum halfen ihm einige Pariser Damen aus einer etwas prekären Situation?

Auch von meiner Seite, eine geruhsame Nacht. Die 73 km und das heftige Wetter stecken doch etwas in den Knochen! 
Bis Morgen!





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