Über die Bahnfahrt gibt es nichts, bzw. nur Gutes zu berichten. Alles hat geklappt.
Aber dann wurde es spannend: Manne hat eine Bergetappe zu unserem Hotel eingebaut, die ihn selbst aus dem Sattel gehauen hat.
Eigentlich überprüft er immer ziemlich genau, wo das Hotel liegt, wo der Radweg, bzw. der Ankunftsbahnhof. Höhenmeter!!! ist das wichtigste Kriterium.
Strecke Bahnhof zum Hotel 2,7 km, ist okay, Hotel im Zentrum, Restaurants gibt's auch, wunderbar. Langres ist ein mittelalterliches Städtchen mit Dom und Burganlage, einem Stadttor aus der Römerzeit, absolut sehenswert.
Daß Langres auf einem Hochplateau liegt, und der Bahnhof unten im Tal... macht auf 2.7 km 140 Höhenmeter...und die mussten wir hochtreten, bzw. tatsächlich schieben. Das kam völlig überraschend nach dieser gemütlichen Bahnfahrt!
Und als emotionaler Höhepunkt hat sich unsere "geniale" Abkürzung leider als Treppenweg (sehr romantisch!) herausgestellt:
Aber schließlich haben wir es geschafft, die Einfahrt - ja! nicht Einschieb!- durchs Stadttor:
Und hier steht der Diderot in der Sonne und die Leute schlürfen Aperol, Rosé und Bier in der Abendsonne.
Das haben wir auch gleich gemacht! Alles drei!
Langres ist der höchste Punkt unserer Reise mit seinen 475 m, ab jetzt geht es nur noch bergab, hat mein Reiseleiter versprochen. Ob das stimmt....ich werde berichten.
Und jetzt ich (mm):
Dass wir über Offenburg, nach Straßburg und von Straßburg nach Mühlhausen fahren durften, weil die Strecke nach Basel , gesperrt ist, gehört zu der normalen Bahnrreisefolklore und da alles wunderbar geklappt hat, soll wirklich kein Wort darüber verloren werden. Dass man im geeinten Europa immer noch nicht Fahrkarten von Engen nach Langres in einem buchen kann, Schnee von gestern. Dass man sich Tabellen runterladen muss, zu welchen Uhrzeiten man in TER nach Mühlhausen Fahrräder mitnehmen kann, - immerhin wird das auf der Homepage der SNCF ja erwähnt. Aber, dass man wegen lumpiger 30 min sein Fahrrad aufhängen muss,
- DAS WAR DANN WIRKLICH EINE ZUMUTUNG: Aber wir wollten ja heute nicht DB- Bashing veranstalten! Es lief ja wirklich alles super gut.
Und die Strecke von von Mühlhausen durch den Wilden Gand Est war wirklich toll.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir durch Frankreich radeln/fahren, aber es ist immer wieder ein Aha-Erlebnis, mitzubekommen wie leer Frankreich außerhalb der Ballungszentren ist.
Doch nun zum Highlight des Tages. Friederike hat sich ja sehr zurück gehalten, beim Schreiben des Blogs!
Nach unserer "Alpenetappe" als wir uns in der Abendsonne erholten, hat sie mich ganz schön "derbleckt". Und ich muss es zugeben, als wir aus dem Bahnhof kamen und auf dem Bahnhofsvorplatz standen - nix. Wirklich nix. Und oben, ganz weit oben ein Planetarium.
So zu Spaß meinten wir, da oben ist Langres.
Der Witz war keiner.
Wir haben immer noch nicht ausrechnen können, wie die prozentuale Steigung bei 2,7 km Strecke und 140 Höhenmetern ist. Es war eine unglaubliche Schieberei!
ABER ES HAT SICH GELOHNT!
Langres müsst Ihr besuchen! (Vielleicht nicht mit dem Fahrrad)
Nicht nur weil es ein sehenswertes Städtchen ist. Nicht nur weil Diderot hier geboren wurde, sondern weil Langres und seine Einwohner so was von tiefenentspannt sind.
Obwohl ich morgen wahrscheinlich Muskelkater in den Oberarmen vom Schieben habe, habe ich mir hier wirklich wohl gefühlt.
Auf dem kleinen Platz an dem wir gestrandet sind, haben sich etwa 15 jüngere und ältere Damen sich in Gebärdensprache geübt und köstlich amüsiert. Und wir uns mit Ihnen. Dann kam irgendwann ein junger Mann vorbei und meinte - "heute Abend ist Spiele Abend, wenn Ihr wollt, könnt Ihr an verschiedenen Tischen mitmachen." Wie cool ist das denn!
Nach und nach haben sich Gruppen zum Spielen zusammen gefunden. In der Bar war ein großer Tisch, wo man sich mit Spielen versorgen konnte. Zum Spielen waren wir dann doch etwas zu müde.
Auch wenn ich, zugegebenermaßen bei Langres nicht so genau auf die Karte geschaut habe.
Ein Volltreffer war der erste Abend unserer diesjährigen Tour allemal.
Bleib uns gewogen. Und schaut Morgen wieder vorbei!!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen