20.Tag: Sightseeing in Rotterdam

 





Dachterrasse des Fenix Migrationsmuseum

Habt ihr schon einmal in einem Museum geheult? Das FENIX hat diesen Effekt: aufwühlend, sehr berührend und toll gemacht. Ich war nicht die einzige, die geschnieft hat. Vor allem diese erste Halle mit Fotografien:




Migration, Flucht, Abschiede, Fremdsein, heute und in allen vergangenen Zeiten. Flüchtlingsströme nach den Kriegen, Abschiede an Bahnhöfen und in Häfen, bis zu den ganz aktuellen Bildern aus Afghanistan, Ukraine und Menschen auf Booten im Mittelmeer. Mauern, und wie sie überwunden werden, Grenzen und Stacheldraht, vor denen Menschen fassungslos stehen. Paare, Kinder, Familien.


Dann gab's auch witzige, politische und verstörende Kunst, zu Kolonialismus, Migration, "Multi-Kulti", Identität von vielen internationalen Künstler:

Hier der Bus zur fifth avenue, den man betreten konnte:


von weitem ein Flüchtlingsboot:


doch wer sind die Passagiere: Putin, Merkel, Macron, Obama...alle sitzen im gleichen Boot




Das Gebäude ist eine alte Hafenlagerhalle, die Räume riesengroß und im Außenbereich wendelt sich ein Treppenaufgang mit fantastischer Sicht auf Rotterdam und unzähligen Möglichkeiten mit Licht und Spiegelungen zu spielen:




Dieses Museum ist ein absolutes MUSS!

Aber wir haben noch andere tolle Sachen gesehen und darüber darf der Manne berichten.


Also gut:

Was für ein Tag! Was für eine Stadt! Was für ein Wind!
Aber noch kurz zum Fenix. Ich glaube, ich habe neben dem Liebeskindmuseum in Berlin noch kein Museum besucht, das mich so bewegt, herausgefordert und gut unterhalten hat.
Erst letztes Jahr wurde es eröffnet und auch die Fachwelt hat sich überschlagen. Und Ausnahmsweise völlig zu recht.



Vor dem Krieg war es das "San Francisco Warehouse" und viele Auswanderer sind über diese Pier nach Amerika ausgewandert.
Dann der Krieg der "Rotterdam Blitz" das Gebäude ist ausgebrannt und jetzt als strahlender Fenix aus der Asche wieder erstanden.


Und was die Architekten unglaublich toll hinbekommen haben. Sie haben die Strukturen des alten Gebäudes vollkommen erhalten und damit die genialsten Ausstellungsflächen geschaffen, die ich je gesehen habe. Und mitten drin diese silbern glänzende Spirale, die zum endlosen Spielen einlädt.



Friederike hat ja schon beschrieben, wie anrührend vieles war. Auch mir ging es so!!

Aber auch unterhaltsam, so zum Beispiel das Kofferlabyrinth, in dem man locker ein halbes Dutzend der eigenen Koffer ausfindig machen konnte.




Doch nun genug vom wunderbaren Fenix. Rotterdam hat so viel mehr zu bieten. Und natürlich waren wir sehr gespannt, wie die seltsamen Kubushäuser aus den 80er Jahren von innen aussehen, bzw. ob man darin wirklich leben kann. 



Die Küche sieht so aus



Schlafzimmer so



Das Bedezimmer haben die Ausstellungsbetreiber völlig zugedröhnt so neu gestaltet.

Es sollen ja tatsächlich noch Menschen in diesen "Zumutungen" leben. Vor allem die Treppen waren in etwa so steil, wie die bei unserem netten Gastgeber in Dordrecht.
Also nichts für altersgerechtes Wohnen.
Am schönsten war noch das Wohnzimmer.


Aber dafür war es darin seehr warm.

Lieber Gerhard, Rotterdam ist die Stadt für Dich! Ein architektonisches Highlight - oder auch "Verirrung" jagt die andere. Auffallen ist das wichtigste in dieser Branche.


An diesem haben die Biber genagt, amüsant - oder witzig haha? 


Bei so viel Sightseeing gab es zur Belohnung Pfannenkuchen am alten Hafen. Ich hätte Friederike auch auf die berühmte "Pfannenkuchen Hafenrundfahrt" eingeladen. 70min auf der Neuen Maas + all you can eat Pfannenkuchen. Aber das wollte sie nicht.

Und dann eben weiter.



Das was sich eigentlich in der Markthalle dahinter abspielen sollte, das ist der Markt davor. Lebendig, bunt und lecker!






Und riesengroß!

Und mittendrin die Laurenskerk. Im 2.Wk stark zerstört, wurde sie erst in den 60er Jahren wieder aufgebaut. Und ist jetzt eine Mischung aus Kirche und Kulturzentrum. Sie gehört zu der Gemeinschaft der Nagelkreuzkirchen - entstanden nach der Versöhnungsgeste zwischen Coventry und Dresden, die Nagelkreuze ausgetauscht haben und das große Kreuz auf dem Dach von Dresden ist ja auch von Coventry gestiftet worden.
Aber am nettesten fand ich die Ausstellung von Retablos oder kleinen Schreinen, die man öffnen kann, und die Feste aus allen Weltreligionen thematisieren. Am Schönsten war für mich Christi- oder Mariä Himmelfahrt, da hat sich tatsächlich eine kleine Figur nach oben bewegt.


Es gäbe sicher noch viel mehr in Rotterdam zu entdecken. Für uns eine Überraschung! Und was uns insgesamt besonders gut gefallen hat - eine total nette und entspannte Atmosphäre!

Eine Skulptur sei Euch nicht vorenthalten. Direkt bei unserem Hotel auf einer Verkehrsinsel


Wir haben die Fahrräder heute im Hotelkeller gelassen. Und sind dementsprechend viel gelaufen. Was angesichts des seehr heftigen Windes heute eine sehr gute Entscheidung war. Dementsprechend müde sind die Beine.

Doch ohne Rätsel gehe ich heute nicht ins Bett.

Für alle Freunde der Reiserätsel hier die gute Nachricht:


Die Stroopwafels sind gekauft! Freut Euch! Abgerechnet wird später.

Jetzt erst einmal die Auflösung von gestern.

Herr S. aus E. , W. aus G. und C. aus H. derzeit irgendwo im UK haben das Denkmal richtig zugeordnet.

Das ist eine Bronzestatue des legendären Feyenoord-Fußballers Coen Moulijn, der 1970 den
Europapokal der Landesmeister gewann.
Die Statue befindet sich auf dem Vorplatz des De-Kuip-Stadions (offiziell Stadion Feijenoord) in
Rotterdam.
de Kuip heißt übrigens, die Wanne.  Und Feijenoord ist die ursprüngliche Bezeichnung. Da aber die "Ausländer" mit dem ij ihre Schwierigkeiten haben, wurde der Name geändert.

Und heute aus dem anderen Spektrum des erweiterten Kulturbegriffs. Wer wird mit diesem Denkmal geehrt?


Ja, ich weiß Herr S. aus E, da war jetzt sehr einfach. Aber als Radfahrer bin ich so viel latschen nicht gewohnt. Ich muss die Beine hoch legen und schauen wo ich noch ein Bierchen herbekomme.
Morgen wird ein sehr spannender Tag.
Wir werden berichten.
Gehabt´s Euch wohl - und bis Morgen!

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