17.Tag: Ruhetag in s'Hertogenbosch
Egal, ob clevere Geschäftsidee oder was auch immer. Das ehemalige Kloster, das wohl erst seit etwa 10 Jahren in ein sehr originelles Hotel umgebaut worden ist hat Atmosphäre, total professionelles Personal und einen traumhaften Garten.
Aus dem Friederike heute nicht wegzukriegen war. Ok. Dann habe ich mich erst einmal allein auf den Weg gemacht, um mich im Geburtsort meines hochverehrten Don Bosco, Jheronimus van Aken, dem vielleicht rätselhaftesten Maler der Kunstgeschichte - und eine unendliche Inspirationsquelle.
Wie er wirklich ausgesehen hat, wissen wir nicht. Es gibt viele Theorien, welche seiner Figuren Selbstportraits sein könnten, so richtig überzeugt hat mich keine.
Dieser Bosch schaut heute auf das bunte Treiben des Samstagsmarktes.
s´Hertogenbosch ist eine quirlige, bunte und laute Stadt. Wäre hätte gedacht, dass "der Holländer" - und insbesondere "die Holländerin" dermaßen laut sein können. Und hier scheint ein hotspot für Bachelor- und sonst welchen Feiern zu sein. Zumindest tritt "der Holländer" und vor allem "die Holländerin" hauptsächlich und gerne in großen Gruppen auf.
Die St. Jan Kathedral ist beeindruckend - doch davon später mehr.
Hieronymus Bosch in seiner Geburtsstadt zu feiern ist nicht leicht. Vor allem die Spanier haben alles was sie von Don Bosco in die Hände bekommen haben, nach Spanien abgeschleppt. In Holland gibt es nicht einen Bosch.
Aber sie haben sich was einfallen lassen. In der leerstehenden neuen St. James Kirche haben sie ein Bosch- Art-Center eingerichtet. Mit vielen Reproduktionen, vielen Werken, die von Bosch inspiriert sind, einer gruseligen Rekonstruktion "seiner" Werkstatt und einer unglaublich kitschigen Rekonstruktion der astronomischen Uhr aus der St. Jan Kathedrale
.
So schräg die ganze Ausstellung, so unterschiedlich die Arbeiten von Bosch-Fans auch sind. Insgesamt hat es einfach riesig Spaß gemacht in die Welt von Hieronymus Bosch einzutauchen.
Und kaum kommt man aus dem Museum raus, entdeckt man Boschfiguren allenthalben.
So und jetzt Friederike dran.
Das war ein sehr verdienter Ruhetag,, ausschlafen, super Frühstück, Radtaschen ausmisten und Klamotten waschen....was man eben an so einem Samstag macht.
Dann die übliche Diskussion der Reiseleitung (Manne) mit der Reisegruppe (ich): Komoot will die Diretissima- die tatsächlich schon über 70 km ist- und der Maasradweg schlängelt sich, ist dadurch wesentlich länger, aber: -und hier hat die Reisegruppe ein unschlagbares Argument- der Radweg führt durch das Delta, das verschiedene Maasarme und Zuflüsse bilden, den Nationalpark De Biesbosch. Noch ist die Planung im Gange, wir werden berichten.
Auch unsere Fahrräder haben ein bisschen Pflege verdient, und nach diesen ganzen Regentagen war das auch wirklich nötig. Morgen werden sie wieder zufrieden schnurren, wenn wir losradeln.
Am Nachmittag gab's Kultur, zuerst die Besichtigung der Katherdale, wo uns eine kleine Statue in einer Nische besonders aufgefallen ist:
Der Heilige Josef mit dem Jesuskind, ein cooler, sehr moderner Typ, der ganz selbstverständlich das Kind im Arm hält. Toll.
Zum Samstagsnachmittags-Orgelkonzert sind wir auch noch geblieben: J.S. Bach, J-A.Guilain, L.Vierne gespielt von einem jungen Organisten auf dieser Orgel aus dem 17. Jahrhundert. Schön und passend zu diesem contemplativen Tag.
Zum Hieronymus- Bosch -Museum noch ein Foto von mir, weil mir das Zusammenspiel des Raumes, nämlich die ehemaligen St. Jakobs Kirche und der Ausstellungsstücke so gut gefallen hat:
Kultur macht durstig und hungrig.
Aber wo sind die anderen Leute?
Es war ein richtiges Samstagsabend-Gedränge und wir haben einige Restaurants abgeklappert bis wir überhaupt einen Tisch bekommen haben. Und hier drin waren alle Tische besetzt und es war ein höllischer Lärm. So können Fotos täuschen.- oder hat das ne KI heimlich die Leute wegradiert?
Das Essen war lecker und s'Hertogenbuoch hat uns sehr gut gefallen.
Und dann schnell zurück in unser Kloster, gute Nacht.
Das Rätsel von dem rätselhaften Herrn Ranunkel konnte anscheinend wirklich erst gelöst werden, nachdem ich das Stichwort Brabant einfließen ließ. Dann war es Herrn S. aus E. schnell klar, dass ich den "Kleinen Herrn Ranunkel aus Brabant" gemeint habe - und der wiederum von dem mir hochverehrten F. Villon stammt, und in einer unnachahmlichen Art ins Deutsche von Paul Zech übertragenen worden ist.
Nun, der kleine Herr aus Brabant war eigentlich Barbier, geriet aber in ein lasterhaft-mörderisches
Leben. Und dann? Da zeigte es sich in der Not, dass er geschätzte Qualitäten besaß:
Und als er seinen Lohn dafür bekam und hängen sollt am Platz von Notre Dame: da haben sich
die Frauen aus der Stadt zum Bürgermeister auf den Weg gemacht und taten schließlich auch das
Feigenblatt noch ab, und sagten, dass
er jede Nacht bei ihnen war, der da beim Henker stand, der
kleine Herr Ranunkel aus Brabant.
Da hat der Rat ihm nur das Fleisch verbrannt mit einem Schimpf, und in den Wald verbannt. Und
wenn ihr glaubt, daß er schon längst vor Qual verhungert ist, habt ihr noch immer nicht gemerkt,
daß man im Wald auch ohne Licht die Haselnüsse pflücken kann, zumal er diese Liebe noch viel
schöner fand, der kleine Herr Ranunkel aus Brabant.
********************************************************************************
Es handelt sich hierbei um ein bekanntes Gedicht bzw. eine Ballade, die oft im Rahmen von
Kabarett, Lesungen oder Kleinkunst dargeboten wird. Die literarische Figur geht auf den deutschen
Schriftsteller Paul Zech zurück.
Die Ballade von einem netten kleinen Barbier.
Auch ich, habe sie in grauer Vorzeit gerne zu Gehör gebracht!
Heute leider kein neues Rätsel - um Don Bosco herum, wäre für unsere Experten alles zu einfach.
Lieber W. aus G. für Dich eine Ehrenwaffel, Dein Lösungsansatz war wirklich sehr kreativ!!













Kommentare
Kommentar veröffentlichen