7.Tag: bis Sedan

 


Heute, bei Mouzon, das wir "links" liegen gelassen haben,



hat die Voie verte durch die Ardennen begonnen. 130 km feinster Radweg, beschildert, asphaltiert, immer an der Meuse entlang, bzw. am Kanal oder einem Altarm. Ein richtiges Radvergnügen. 

Davor gab es ein Rauf und Runter, Schilder mal ja mal nein. Kleine Dörfer, auch mal ein Laden, oder einen Automaten mit Eiern und Käse. Blumen an den Häusern, bellende Hunde an den Zäunen. Hier leben Leute.

Und wenn man Leute fragen kann, braucht man auch nicht mehr  so viele Schilder.

Hier ein versierter Radfahrer, der in seinen besten Zeiten auch Touren geführt hat, und alle Weglein kennt. Er hat lange überlegt, aber schließlich mussten wir trotzdem auf einer großen Straße den Berg hoch. Aber gegen die Topographie kann man auch nichts machen. Merci Monsieur!

"Ici la tour " steht auf seinem Shirt:

Einen Badeplatz habe ich auch gefunden: Herrlich, tief, erfrischend aber gar nicht kalt.



Dann kam ein holländisches Paar und hat gefragt, ob sie auch hier baden dürfen, aber ja! Sehr nett, die beiden. Haben uns auch noch gute Tipps für die Gegend um Maastricht gegeben. Übernachten im Baumhaus mit eigenem Whirlpool unter dem Baum.

So, jetzt gibt's Abendessen und ich kann danach Luise Penny weiterlesen.

Und jetzt also ich:

Es stimmt, was Friederike sagt, es sind nicht viele Radfahrer unterwegs. Aber erstaunlicherweise, trifft man man immer wieder die gleichen. Die 2 Herren aus Newcastle haben wir heute zum 4. Mal getroffen, die beiden Schwestern aus Wiesbaden und  Bayern, die ihre Reise etwas getrennt durchführen mussten, weil die eine einen Sturz gehabt hat und  nun sich nun mit ÖVis durchschlägt, begleiten uns auch schon die letzten 3 Tage, und heute Mittag auf dem Höhepunkt unserer - und jetzt wirklich- und zum allerletzten Mal angekündigten letzten Bergetappe 

haben wir, den Klaus, den Hans und den Jürgen getroffen,


Vertraute Klänge, zumindest für mich, sie kommen aus dem Großraum Stuttgart und sind schon annähernd 3 Wochen unterwegs. Haben alle gleiche Trikots an: Alpe-Adria. Friederike frägt: "Warum habt ihr keine "Maasradwegtrikots"? Da sagt der Jürgen trocken, und völlig zurecht: "Weil wir Schwaben sind" - und "näschdt Johr gibbts Neie!"  Ich hätte Euch knutschen können!!
Und nach einer heftigen Abfahrt und einem wunderbaren Radweg sind wir jetzt in Sedan.

Und treffen da - wen wohl ? Unsere beiden Ladies aus Deutschland und das sehr nette Paar aus Belgien. 

So richtig schnuckelig ist Sedan ja nicht. 






Aber dafür mit sehr viel Charakter. Unser heutiges Hotel, Le Michel, ist in einer etwas weniger feinen Ecke - aber der Chef ist ein richtiger "Schaffer"



- richtig nett und wie sich herausstellt mit einer hervorragenden Küche - superleckeres Essen!! Nach den vielen Frankreichdurchfahrten nach Spanien, bei  denen wir am Rande der Autobahnen am guten Geschmack der Französischen Küche zu zweifeln begonnen haben, war das Essen der letzten Tage wirklich vom Allerfeinsten1

Und Morgen berichten wir von der "größten Festung" Europas (wie viele gibt es davon eigentlich?)





Und noch ein Wort zur Rätselfrage: "Gambrinus":

Lieber Herr S. aus E.- "Die Gartenlaube" als Quelle!!! Ehrlich!!!
Sehr amüsant, aber das  reicht höchstens für eine halbe Waffel:

"Ich ziehe da als Quelle die Gartenlaube Heft 4, Seite 68 aus dem Jahr 1894 vor – wenn’s denn auch
nicht stimmen sollte: Gut erzählt und dargestellt ist’s allemal:

Zum Todesjahr des Königs Gambrinus
Wer das Bier erfunden hat, das wird ewig dunkel bleiben; die Volkssage will es allerdings wissen,
sie schreibt dieses Verdienst einem flandrischen König Gambrinus zu. Die Entstehung dieser Sage
verlegen die Geschichtsforscher in das 13. Jahrhundert n. Chr. Damals regierte
Johann I. als Herzog von Brabant,
In der Volkssprache hieß er Jan und lateinisch nannte man ihn
Jan primus.
Er war ein Schutzherr der Gewerbe und ließ sich auch bewegen, den Ehrenvorsitz der Brüsseler
Brauergilde zu übernehmen. Die dankbaren Brauer haben infolgedessen in ihrem Innungssaale sein
Bildnis aufgehängt, auf welchem der Herzog mit einem schäumenden Bierpokale in der Hand
dargestellt wurde."

Aber andererseits- warum eigentlich nicht. Ein Hoch auf die Brabanter Biere! Und eine ganze Waffel für Herrn S. aus E und die Gartenlaube.








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