6.Tag: Bis Stenay

So sieht ein zufriedener Radfahrer, nach einem wunderschönen Radtag aus:



Doch davon später mehr!

Zunächst einmal machen wir uns auf den Weg nach Stenay


Nach üppigem Frühstück und etwas vertrödelt kommen wir etwas schleppend  aus den Toren von Verdun und in die Gänge. Es ist schon ganz schön heiß und soll heute wieder über 30° werden.
Unsere neue Karte, nachdem sich die Bikelineausgabe des Maasradweges auf einer der letzten Holper-Bergstrecken "in die Büsche geschlagen hat", ist viel besser und verspricht lange Passagen, direkt an der Maas. Was zum größten Teil auch zutrifft.


Nur sind die "Wege" zum Teil so zugewachsen, dass die Gräser ganz schön in die Beine pfetzen,
Aber insgesamt ist es ein sehr schönes und angenehmes Fahren.


Bis Regneville sur Meuse. Da geht es zurück auf die kleinen Sträßchen und - durchaus giftige Anstiege. Ein Radlerpaar, das bei einer Abfahrt am Wegesrand steht und verzweifelt auf dem Smartphone nach Alternativen sucht, hätte man, wenn man böse wäre zurufen, können: "You aint seen nothing yet!" 
Aber wir sind ja nicht gemein, - doch wer immer uns bergauf entgegenkommt tut uns schon ein wenig leid. 
Irgendwann, im lothringischen Niemandsland kommt das Café zum "Lachanfall". Da müssen wir natürlich halten. 

Die Wirtin passt irgendwie zu diesem Ort. Und mit den 2 Herren rechts sind wir ganz nett ins Gespräch gekommen. Sie sind aus Newcastle und seit ungefähr 3 Wochen in Holland, Deutschland, Frankreich unterwegs und haben schon um  die 2.400 km in den Beinen. Stramme Leistung! Im Laufe des Tages sind wir uns noch 2 weitere Male begegnet - und sie haben Friederike den Badeplatz gezeigt.

In Doulcon haben wir versucht ein wenig Schatten an der Mauer neben dem Rathaus zu bekommen. Ein Herr von gegenüber ruft über die Straße, ob wir kaltes Wasser brauchen, - das war wirklich nett, denn in unsere Wasserflaschen hätte man inzwischen gerne Teebeutel hängen können. 
Und auch ein Straßenarbeiter hat uns von seinen Wasservorräten gegeben - das war wirklich super! So nett!
Wenn man bedenkt, was sich in dieser Gegend an Tragödien abgespielt hat, jede der Brücken zerstört, wegen ein paar Metern Geländegewinn Tausende von Toten - ganz Doulcon war dem Boden gleich gemacht! Dann hat die "Deutsch-Französische-Freundschaft" wirklich viel erreicht- und zum Glück scheinen die neuen Nationalisten auf allen Seiten nicht mehr innerhalb Europas neue Fronten aufziehen zu wollen.
Aber dass, wir heute Männer in Lederjacken und WK 2 Motorrädern durch die Gegend haben rattern sehen und in verschlafenen Dörfern Militaria Händler ihre Waren in Scheunentoren ausgebreitet haben, das war dann wieder weniger schön.


Aber jetzt Du Friederike:

Das wichtigste zuerst: mein Badefoto, 
Und da Manne nicht durch hohes Gras und Brennesseln hinunter klettern wollte, ist mein Badefoto heute ohne mich. 
Ein wunderbarer Badeplatz, eigentlich eine Badewanne, aber mit Massagestrudel für Oberschenkel und Rücken.


Ich fand es erstaunlich die Maas so frisch und munter zu sehen. 
Heute morgen hatte das Flüsslein modrig und träge ausgesehen, ich dachte dass man es doch so nicht bis ans Meer schaffen kann. Immerhin hat sie noch fast 800 km vor sich. 
Haha und wir auch.

Die Sonne war heute heftig und erst jetzt um 9 Uhr abends kühlt es ein bisschen ab. Wir sitzen auf dem Hof eines Motels, die einzige Übernachtungsmöglichkeit in größerem Umkreis. Auch die Französischlehrerin ist wieder da, ohne ihre Freundin. Die hat es mit den Öffis nicht geschafft in dieses verlassene Nest zu kommen.
Beim Heranradeln an unserer Motel waren Bauarbeiten direkt vor der Einfahrt dabei einen tiefen Graben zu buddeln. Ich hab das Fahrrad abgestellt und mir das Ganze angeschaut. Der Lastwagenfahrer hat sofort gefragt, ob ich da rein muss, mit dem Fahrrad? Er könnte mir das Rad rübertragen. Merci merci monsieur, so nett!
Aber ich bin erstmal ohne Fahrrad über das Brett balanciert und hab gesehen, dass das Hotel über Mittag geschlossen ist.
Wir kommen nach fünf Uhr wieder monsieur le chauffeur. Dann sind wir hier fertig, grinst er und der Graben ist wieder zu.

Und wir sind endlich ins Biermuseum gekommen. 





Manne war im Glück. Vor allem weil's am Ausgang eine Taverne gab  mit endlos vielen Biersorten.







Das Museum war schön gemacht , viele Maschinen, Pressen. Abfüllanlagen, alte Gerätschaften und das alte Gebäude war interessant.
Gefallen haben mir vor allem auch die Werbeplakate der Brauereien.

Und dann saßen wir in der Taverne, haben natürlich ein Bier getrunken ( ich auch!) und mussten danach nochmal den Berg hochasten, denn ein Motel liegt natürlich am Ortsausgang und der ist hier OBEN.
Der Graben war zu, die Bauarbeiter weg, Essen gabs auch und einen kleinen Rosé zum Schluss.

Aber jetzt doch noch einmal ich. Ich kann einfach nicht umhin, Euch ein Bild vom schönsten Museumsshop ever - zu schicken:





Und dann natürlich müssen wir so langsam wieder in die Rätselfrage des Tages kommen.
Herr S. aus E. der treuesten Begleiter unserer Reisen einer, hatte wohl ein wenig Probleme mit dem Internet, was auch immer, doch hat er sich jetzt wieder zurückgemeldet!

Unser Heiliger von Domrémy - d.h. aus der Nähe von - ist so etwas wie der Störtebecker der Gegend.

„Durch die Kraft Christi erhob sich der blutige Leichnam, nahm
das abgeschlagene Haupt in beide Hände und ging in Begleitung
lobsingender Engel die tausend Schritte bis zu dem Berg, den
Eliphius sich zur Grabstätte erwählt hatte. Dort setzte er sich auf
einen weißen Stein, der sich selbst zur Ruhestätte des Heiligen
öffnete und aushöhlte. Neben diesem Orte wurde der h. Eliphius
begraben und über seinem Grabe eine Gnadenkirche gebaut.“


Wenn das nicht Stoff für einen Horrorfilm ist! Somit geht die erste

Stroopwafel


an Herrn S aus E.
Aber auch M aus E hat ihre erste Stroopwafel verdient. Sonderpreis für Kreativität.

Und nun zur heutigen Frage:

Ich habe bis heute nicht wirklich raus bekommen, warum ausgerechnet 

 


Gambrinus

Zum Schutzheiligen der Bierbrauer avancieren konnte. Nur weil er gerne Bier trank? Da könnte ja jeder kommen!
Für eine überzeugende Antwort gibt es die nächste Stroopwafel.

Gehabt´s Euch wohl. Es grüßen Euch aus dem Flecken mit dem größten Biermuseum Europas (44.000 Sammlungsstücke) 2 recht müde Engener Radler.
Bis Morgen.

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