die Karte
Wir sind in Belgien. Wir haben die Ardennen fast hinter uns. Und aus ist es mit der Ruhe Idylle.
Dinant ist der reine Schock. Wie wenn man aus Biesendorf direktemang in die Drosselgasse zu Rüdesheim gebeamt wird. Busse, über Busse Touristen aus allen Herren und Damen Länder. unglaublich. Bootsrundfahrten mit witzigen Führern, die man bis ans Ufer hört.
Aber von Anfang an:
Aus der Doppelschleife von Revin rauszufinden war nicht ganz leicht, vor allem, wenn dank des Windes nicht ganz klar ist, in welche Richtung die Maas fließt (daran erkennt man, dass wir es jetzt mit einem Strom zu tun haben! Das werden ganze Schülergenerationen, dank unseres Schulleiters Herr S. aus E. nie mehr vergessen)
Schöne Orte, viele Schlaufen und noch immer ist es sehr heiß. Aber es kommt langsam Wind auf - Gegenwind bläst in das Tal der Maas - und zwar immer heftiger. Und zum letzten Mal nach 2 ziemlichen Schleifen müssen wir entscheiden, - über den Berg oder die ganze Schleife abfahren. Wir fahren ab und kommen noch einmal in eine sehr einsame Gegend. Nahezu ideal für:
Richtig, Atomkraftwerke. Choos liegt 3 km von der belgischen Grenze entfernt. Kennen wir das nicht von irgendwo her? Am Hochrhein? Und im schlimmsten Fall ist die Hauptwindrichtung gen Osten! Praktisch. Und in dieser Maasschleife kommt eh nie jemand vorbei.
Und irgendwann sind wir dann endlich in Givet. Noch einmal eine kleine Bergwertung und dann wir es noch einmal unlustig. Es ist zwar eine kleine Straße aber heute ist Samstag, und es ist Ausflugswetter. Motorradpulks, Cabrios, Combis mit Anhängern, die zu ihren Ufergrundstücken wollen. Am liebsten wären wir mit einem Ausflugsschiff bis Dinant gefahren, aber die waren schon für eine Hochzeit
gebucht.
frieda: Juhu,das erste Land ist "abgeradelt" und die Meuze heißt jetzt Moûze, wir sind in Wallonien.
In Givet war unser fantastischer Radweg zuende. Irgendwann mal kamen Schilder, und meistens sind wir auf kleinen oder großen Straßen gefahren. Zuerst war es sehr flach, die Ardennen waren kaum zu bemerken, doch dann bauten sich links und rechts wieder Berge auf und es wurde wunderbar grün.
Kanuverleih, Paddler, ein Abenteuerpark wo man Bungeespringen machen kann- leider haben wir keinen gesehen und eigentlich auch keine Brücke, die hoch genug war- Familien mit Kindern auf wackligen Rädern, Kioske mit Kaltgetränken und Eis, Ausflugschiffe.
In Dinant ist die ganze Stadt voll mit Touristen und mit Saxophonen. Hier ist Adolphe Sax geboren, der Mitte des20. Jahrhunderts das Saxophon erfunden hat
Im kleinen Saxophon Museum in Dinant kann man mehr erfahren zum Instrumentenbau und der Geschichte von Sax.
"Er wollte ein Instrument erschaffen, das die Kraft eines Blechblasinstruments mit der Geschmeidigkeit und Ausdruckskraft eines Holzblasinstrumentes vereint, um so die ideale Verbindung für Orchester und Militärkapellen zu schaffen."
"Er strebte nach einem Instrument, das der menschlichen Stimme, ihrer Geschmeidigkeit und Ausdruckskraft so nahe wie möglich kommt". Das ist ihm doch gelungen, gell Werner.Wir haben's grad noch zum japanischen Restaurant geschafft, -lecker Ramensuppe-, und dann kam das Gewitter.
Jetzt sitzt Manne beim Fußball im "Wohnzimmer" unserer Unterkunft und das Gewitter ist schon wieder weitergezogen. Aber wir hätten es sowieso nicht mehr auf die berühmte Zitadelle geschafft. Nach 71 km auf dem Rad mag man keinen Berg mehr ersteigen.
Auf der ganzen Strecke durch Frankreich sind wir immer wieder an Kriegs Mahnmalen, Gedenkstätten, Tafeln und Museen vorbeigekommen, natürlich besonders in der Gegend um Verdun. Extra angeschaut haben wir nichts, aber das Thema hat uns die ganze Zeit begleitet.
Wenn ich mühsam in der Hitze einen Hügel hochgestrampelt bin, der im Frontverlauf des ersten oder zweiten Weltkriegs lag und ich mir vorgestellt habe, wie die Soldaten einen heißen Sommer, einen eiskalten Winter, noch einen Sommer, noch einen Winter hier im Dreck gelegen sind....
Oder wenn wir bei unserer Mittagspause sitzen, in einem kleinen Dorf auf der Bank der Bushaltestelle und daneben ist eine Mauer mit alten Fotos vom zerbombten Dorf, mit Zahlen zu Kriegsverbrechen und Toten...
oder wenn wir dann am Abend im Hotel Nachrichten schauen und es kommen Bilder von der Ukraine, wo Soldaten seit mehreren Jahren an der Front in miesen Hütten oder Verstecken sitzen.....oder irgend ein andere Krieg, dann, dann....bin ich fassungslos.
Herr S. aus E. hat unsere Drei Verbrecher natürlich herausbekommen. ich werde aber mit der Auflösung noch einen Tag warten, vielleicht ist ja noch jemand an einer Waffel interessiert.
Aber eine kleine Zwischenfrage hätte ich noch. aus einem Fachgebiet, in dem Herr S. aus E. höchstwahrscheinlich nicht so sehr bewandert ist.
Das das Saxophon aus Dinant kommt, das ist zu einfach. Aber was hat sich in den letzten Jahren millionenfach in ganz Europa verbreitet und stammt auch aus Dinant, wird offensichtlich geschätzt (von mir weniger) und kommt in einer goldenen Verpackung daher?
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